Internationale Nachrichten zur Unternehmensbesteuerung

Ausgabe 79 – August 2026

Ausgabe 79 – August 2026


Im letzten Quartal gab es eine deutliche Welle von Veränderungen im Bereich der internationalen Besteuerung, was verdeutlicht, wie schnell die einzelnen Rechtsordnungen ihre Ansätze in Bezug auf Compliance, Transparenzstandards und internationale Steuerregelungen anpassen. Die Steuerbehörden konzentrieren sich weiterhin auf strengere Anforderungen an die Dokumentation, erweiterte Transparenzpflichten und eine stärkere Angleichung an internationale Initiativen.

All diese Veränderungen zeigen, dass die Reform der internationalen Besteuerung in mehreren Richtungen voranschreitet: Die Behörden verschärfen die Anforderungen an die Dokumentation und Berichterstattung, prüfen Eigentumsverhältnisse und wirtschaftliche Präsenz genauer und überarbeiten strukturelle Vorschriften, die sich auf die Erfassung von Erträgen und Verlusten durch internationale Unternehmensgruppen, die Nutzung steuerlicher Attribute und das Management internationaler Steuerrisiken auswirken.

Die wichtigsten Änderungen umfassen Folgendes:

  • Argentinien hat die Vorschriften zur dokumentarischen Nachweise des Anspruchs auf die Inanspruchnahme von Vorteilen aus Steuerabkommen überarbeitet und strengere Anforderungen an den Nachweis der steuerlichen Ansässigkeit sowie an die Einreichung offizieller Erklärungen durch Steuerpflichtige und ausländische Einkommensempfänger eingeführt.
  • Die EU hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Vereinfachung der Regulierung vorangetrieben, darunter die „Direct Taxation Omnibus“-Richtlinie und die überarbeitete Richtlinie über die Verwaltungszusammenarbeit (DAC), die darauf abzielen, den Verwaltungsaufwand zu verringern, die Berichterstattung gemäß DAC6 und DAC7 zu verbessern und den Informationsaustausch zu verstärken.
  • Deutschland widmet transparenten und hybriden Strukturen weiterhin Aufmerksamkeit, insbesondere der Frage der Anwendung von Steuerabkommen auf US-amerikanische S-Corporations sowie dem bislang ungeklärten Umgang mit Rechtsformen, die in den USA nicht anerkannt sind, im Hinblick auf die Inanspruchnahme von Vergünstigungen bei der deutschen Quellensteuer auf Dividenden.
  • Griechenland hat DAC9 in nationales Recht umgesetzt, indem es standardisierte GloBE-Meldeverfahren verabschiedet und die Meldepflichten im Rahmen von Pillar Two verschärft hat.
  • Malta hat die Vorschriften zur Offenlegung von Informationen über wirtschaftliche Eigentümer überarbeitet und bestimmte Unternehmen verpflichtet, ihre Daten zu aktualisieren und ein neues Meldeformular gemäß den neuen EU-Anforderungen zur Bekämpfung der Geldwäsche einzureichen.
  • Panama hat eine Regelung zur wirtschaftlichen Präsenz für passive Einkünfte ausländischer Herkunft eingeführt, was eine erhebliche Abweichung von seinem traditionellen territorialen Besteuerungsmodell darstellt.
  • Die Schweiz hat die Verlängerung der Frist für den Vortrag von Steuerverlusten von sieben auf zehn Jahre beschlossen, wodurch Unternehmen mehr Zeit erhalten, Verluste im Zusammenhang mit längeren Investitions-, Entwicklungs- oder Sanierungszyklen zu verrechnen.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Vorschriften zu verbundenen Personen präzisiert und dabei betont, dass die tatsächliche wirtschaftliche Substanz von Befugnissen und Entscheidungsprozessen bewertet werden muss.
  • Großbritannien hat die Einführung einer obligatorischen Steuerbefreiung für die Einkünfte ausländischer Betriebsstätten angekündigt, was eine wesentliche strukturelle Veränderung in der Herangehensweise internationaler Konzerne an die Steuerung der Gewinne und Verluste ihrer ausländischen Niederlassungen darstellt.


Für internationale Unternehmensgruppen bedeutet dies in der Praxis, dass sie nicht nur die neuen Anforderungen an die Berichterstattung und Dokumentation im Auge behalten müssen, sondern auch Änderungen, die sich auf die Einstufung von juristischen Personen, die Analyse der wirtschaftlichen Präsenz, die Besteuerung von Betriebsstätten und die Nutzung von steuerlichen Verlusten auswirken können. Diese Änderungen unterstreichen, wie wichtig es ist, die Steuermanagementsysteme, die Dokumentation und die Berichterstattung angesichts der ständigen Weiterentwicklung der globalen Steuerregelungen kontinuierlich anzupassen.

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website → BDO Global

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an BDO in der Ukraine – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Quelle: BDO Global

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